Lobeshymne an den Pazifismus

Der 08. Mai ist ein historischer Tag für die deutsche und europäische Geschichte. Es ist jener Tag, an dem der Zweite Weltkrieg sein Ende fand. Aber nur in Europa. Der Pazifikkrieg dauerte noch mehr als drei weitere Monate an, bis letztlich, Anfang September, der japanische Kapitulationsvertrag unterschrieben wurde.

Die Folgen und Auswirkungen des Krieges sind den meisten wohl bekannt. Erinnern wir uns nur an die hinterbliebenen Juden, die ohne Hab und Gut eine neue Heimat finden mussten. Gedenkt den Trümmerfrauen, die die durch Bomben zerstörten deutschen Städte wieder aufbauten. Und vergesst niemals die vielen Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki. All diese Schreckensbilder prägten meine Einstellung zum Krieg. Ich bin Pazifist und der 08. Mai ist ein guter Anlass, um sich einmal dieser Lebenseinstellung zu nähern. Denn Pazifismus ist nicht nur ein Wort. Vielmehr bestimmt er ein ganzes Leben, ein Leben, in dem Gewalt nihiliert wird. Ganz im Sinne von Mahatma Gandhi:

Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.

Er, der Dalai Lama und Martin Luther King – um nur einige zu nennen – gelten noch heute als Vorreiter des Pazifismus und als Kämpfer für Freiheit und Frieden. Kämpfen, ein scheinbar unpassendes Wort. Doch beschreibt es, mit welcher Energie sie ihre Ziele verfolgten. Alles natürlich ohne Waffengewalt. Vielmehr war das Wort ihre größte und schärfste Waffe. Und manchmal auch das Schweigen, wie Gandhis gewaltfreier Widerstand zeigt. Schließlich können Waffen und Gewalt eines nicht: Den unbeugsamen Willen eines Menschen zu brechen. Früher wie heute finden sich viele Beispiele dafür. Eines der bekanntesten ist wohl die Lebensgeschichte von Nelson Mandela, der 27 Jahre in politischer Gefangenschaft verbringen musste und trotzdem weiter gegen die Rassentrennung kämpfte. Sein Aktivismus brachte ihn ins Gefängnis, doch er gab ihn nie auf und wurde schließlich dafür mit der höchsten Auszeichnung eines jeden Pazifisten belohnt: dem Friedensnobelpreis. Er selbst musste sich gegen viele Widersacher und Zweifler behaupten.

PazifismusViele Pazifisten kennen diese Situation, wenn sie von anderen absichtlich provoziert werden. Sei es der besserwisserische Nachbar, die neue Kollegin oder ein Unbekannter in einer Bar – überall lauert Aggressionsbereitschaft. Denn viele Menschen scheinen zu oft ihre Fäuste, anstelle ihres Verstandes zu benutzen. Manchmal werden wir Pazifisten sogar von Außenstehenden als Schisser und Träumer betitelt. Neutral wie die Schweiz scheinen wir durchs Leben zu gleiten, ohne uns einzumischen, ohne Stellung zu beziehen. Doch das ist ein Trugschluss. Pazifisten wissen nämlich genau, was sie wollen: eine friedliche Welt ohne Waffen, Kriege und Gewalt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Kraft man aufwenden muss, um diesen Wunsch zielstrebig zu verfolgen, als Vorbild voranzugehen und all dem Hass, der uns tagtäglich umgibt, mit einem Lächeln zu begegnen.

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