Monster in meinem Kopf

Vier Uhr morgens. Ich bin wach. Mal wieder. Ich kann nicht mehr schlafen. Gedanken quälen mich. Tausende Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Und auch mein Bauch tut weh. Furchtbare Schmerzen. Ich war bereits das sechste Mal auf Toilette. Muss mich übergeben. Denn schon wieder vergaß ich zu essen. Und zu trinken. Wie so oft. Schokolade hält mich am Leben. Und auch der tägliche Kaffee gehört mittlerweile dazu.

Jeden Tag bin ich übermüdet. Ich sehe aus wie ein Junkie. Tiefe Augenringe zeichnen mein Gesicht. Ich bin blass. Wie ein Toter. Und selbst Make-Up hilft nicht mehr. Auch das Aufstehen fällt mir schwer. Ich stelle den Wecker immer auf Snooze ein. Noch fünf Minuten, und noch fünf weitere. Doch es bringt nichts. Ich muss aufstehen. Es ist so wahnsinnig schwer. Ich bin wie in Trance. Setze einen Fuß vor den anderen. Ganz langsam erhebt sich mein Körper. Meine Bewegungen sind schleichend. Sehr schleichend. Es wird täglich schleichender. Schon morgens freue ich mich, wenn der Tag vorbei ist. Wenn endlich etwas Gutes passiert. Oder einfach alles vorbei sein wird.

Warum mache ich das bloß? Das frage ich mich oft. Warum fällt es ausgerechnet mir so schwer? Ich war doch früher nie so. Ich war doch immer so fröhlich. Abenteuerlustig und voller Tatendrang. Superwoman nannte man mich scherzhaft. Denn ich hatte immer Energie. Und jetzt? Ich bin ausgebrannt. Mein Körper schmerzt zusehends. Wann war ich das letzte Mal glücklich? Ich habe es vergessen. Und selbst Sachen, die mir mal Spaß machten, nerven nur noch. Ich hasse nun Sport. Lesen ist öde. Und Freunde treffen? Wann war ich das letzte Mal aus? Ich isoliere mich. Ich fühle mich so allein Aber ich habe keine Energie zum Ausgehen, zum Reden. Ich fresse alles in mich hinein. Bis ich wieder in Tränen zusammenbreche. Oder einfach starr in einer Ecke sitze. Oder nicht schlafen kann.

Die Monster in meinem Kopf sind niemals still. Sie schreien immer. Nachts höre ich sie am lautesten. Sie zeigen mir alles, was ich nie war. Oder nie sein werde. Sie zeigen mir all meine Ängste, meine Verfehlungen. Und dann fange ich an, zu grübeln. Ich gehe jedes Gespräch des Tages durch. Habe ich etwas falsch gemacht? Wahrscheinlich ja. Wie immer. Ich mache wohl alles falsch. Irgendwie.

Auf Arbeit lasse ich mir nichts anmerken. Weder meine Schlaflosigkeit, noch meine Sorgen. Ich bin freundlich. Überzogen freundlich. Niemand soll mein wahres Ich sehen. Meine Maske habe ich perfektioniert. Zwei Jahre lang. Ich weine heimlich, sterbe innerlich fast täglich. Doch das soll niemand wissen. Bis heute. Denn ich kann nicht mehr. Ich muss ehrlich sein. Um gesund zu werden. Ich hoffe, dass ich irgendwie wieder hoffen kann. Und dies soll der erste Schritt sein: meine Offenbarung. Ich bin depressiv. Wie Millionen anderer Menschen auf dieser Welt. Es ist ein Teufelskreislauf. Man bricht aus. Oder man stirbt daran. Früher oder später.

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  1. Phil Eidos says:

    Das klingt wahrlich nach Depression. Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg da heraus findest!

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