Reiseziele mal anders – Teil I: Äthiopien

Die Balearen, die türkische Riviera und die kanarischen Inseln waren die beliebtesten Reiseziele der Deutschen im vergangenen Jahr. Sommerurlaub heißt für viele: Sonne satt, Strand und Meer, Ausspannen und All-Inclusive-Urlaub. Ich aber bevorzuge die exotischeren Gegenden. Nein, ich habe gar eine Leidenschaft dafür. Ich möchte jeden Ort dieser Welt kennenlernen, mit meinen Augen abtasten und mit meinen Füßen ergründen. Je exotischer, desto besser. Schließlich waren noch nicht so viele Menschen vor mir dort. Meine Erwartungen werden weder von Werbeprospekten, noch von anderen Touristen beeinflusst.

Auf meiner Reise-To-Do-Liste finden sich noch zahlreiche, eher wenig touristische Orte, von denen ich euch in den nächsten Tagen meine Top 5 vorstellen möchte:

Äthiopien – Das Feuer Ostafrikas

Äthiopier reisen gern und viel. In jeder noch so kleinen Stadt gibt es Hotels und Hostels, die für europäische Touristen zumeist sehr gewöhnungsbedürftig sind. Denn Hygiene und auch Sicherheit sind nicht immer gewährleistet. Wer nach Äthiopien reisen möchte, sollte sich dessen bewusst sein. Doch es lohnt sich, das ostafrikanische Land zu besuchen.

addis-abeba-hauserDer blaue Nil in Bahir Dar, die barocke Schlossanlage in Gonder und die heilige Stadt Harar sind für Kulturliebhaber ein absolutes Muss. Naturfreunde können sich in den verschiedenen Nationalparks – insgesamt 18 im gesamten Land – und am Tanasee auf Entdeckungsreise begeben. Die Flora ist sehr artenreich und umfasst etwa 7.000 verschiedene Pflanzenarten. Damit zählt das Land zu einem der artenreichsten der Welt. Und auch die Fauna hat es in sich. In Äthiopien leben sehr seltene Tierarten, wie der äthiopische Schakal und der Bergnyala, die sich in zweitausend Meter Höhe absolut wohl fühlen. Bergsteiger und Wanderer können bei der ein oder anderen ausgedehnten Wander- und Klettertour im Hochland von Abessinien sicherlich einer dieser seltenen Tierarten begegnen. Das ostafrikanische Land eignet sich besonders gut für Bergliebhaber, die sich gern im Mittelgebirge austoben. Der höchste Berg ist der Ras Daschän, der gut 4.500 Meter hoch ist.

simien_mountainsKulinarisch ist Äthiopien ebenso empfehlenswert. Die Küche ist scharf – oftmals zu scharf für den europäischen Gaumen. Viele Speisen sind vegetarisch, da sich nicht jeder Bürger Fleisch leisten kann. oder man es nur zu speziellen Anlässen isst. In Restaurants finden sich natürlich zahlreiche Fleischspeisen, die gern auch weniger scharf serviert werden. Die Berbere-Soße wird dann in einer zusätzlichen Schüssel serviert. So kann man sich seine Speisen selbst nachwürzen. Berbere ist in Europa weitgehend unbekannt. Es ist eine scharfe Gewürzmischung, die in der eritreischen und äthiopischen Küche beheimatet ist. Sie besteht zu wesentlichen Teilen aus  Chili, Ingwer, Zimt, Knoblauch, Gewürznelke, Koriandersaat, Piment und Weinraute.

Äthiopien hat Feuer. Das schmeckt man nicht nur im Essen. Auch die moderne Musik ist von wilden Rhythmen und exotischen Klängen durchzogen. Ob Militärmusik, Free Jazz oder lateinamerikanische Einflüsse – Der Musikstil ist einzigartig und unterscheidet sich besonders in seinen traditionellen Klängen stark vom übrigen afrikanischen Kontinent. Zu den bekanntesten Künstlern des Landes zählen wohl Aster Aweke und Bizunesh Bekele.

Ein besonderes Erlebnis ist es , in einem Tej bet, einer speziellen Gaststätte, den Krar – Spielern zu lauschen. Und auch bei einem Stadtbummel über die traditionellen Märkte kann man die eine oder andere Kostbarkeit entdecken. Der Merkato ist der größte Markt Afrikas, auf dem man Lebensmittel, Getränke und abertausend andere Produkte kaufen kann. Dieser Irrgarten aus Menschen, Ständen und Essen kann die Sinne stark überfordern, offenbart aber auch einen Teil der äthiopischen Kultur, nämlich das alltägliche Leben.

 

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