Hyderabad – Zwischen Tradition und Moderne

Ich habe schon viel über Indien und meinen Auslandsaufenthalt berichtet – alle guten und schlechten Seiten, Alt und neudas alltägliche Chaos und die mediale Berichterstattung. Doch an dieser Stelle möchte ich noch einmal näher auf meine zweite Heimatstadt eingehen, nämlich auf Hyderabad. Für mich ist diese südindische Stadt das Sinnbild für Tradition UND Moderne.

Besonders der Stadtteil Kondapur repräsentiert Mahindra Satyamall das, was man in westlichen Ländern als modern ansieht: eine gut ausgebaute Infrastruktur, ein vielfältiges Warenangebot in den Shoppingmalls, etwa in der Inorbit Mall und zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten im dritten Sektor. Denn in der Hitech City haben sich viele namhafte IT- und Dienstleistungsunternehmen sesshaft gemacht, darunter Google, Novartis und Mahindra Satyam (heute bekannt als TechMahindra).

Auch der Hotel- und Tourismussektor in Hyderabad boomt. HotelVor allem Geschäftsreisende aus der ganzen Welt lassen sich gern in den  luxuriösen Hotels der Stadt, im Hilton und im Westin, nieder. Es gibt aber auch einige sehr traditionelle Unterkünfte, die den namhafteren Hotels in nichts nachstehen. Diese bestechen eher durch indischen Charme  und die regionale Küche als durch übertriebene Luxuriosität.

Generell kann man sagen, dass in Hyderabad die Tradition trotz oder vielleicht gerade wegen des westlichen Einflusses sehr gepflegt wird. Inmitten der Hitech CityCharminar_neu, an der Main Road, findet sich beispielsweise der größte Handwerkermarkt, der Shilparamam. Dort kann man wunderschöne, handgemachte Saris, bestickte Decken, Töpfe und Kunstgegenstände kaufen. Auch vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem VerkaufsstandCharminar, gibt es einen berühmten Traditionsmarkt, den Laad Bazar. Dieser ist für seinen Schmuck und die frischen Lebensmittel bekannt.

Was ich an Indien besonders mag, sind die zahlreichen Straßenhändler und Imbissbuden, die sich an jeder wirklich noch so kleinsten Straße befinden. GaneshaOb Kokosnüsse, Chai oder Fleisch – Alles kann man an diesen rollen Restaurants und Tante-Emma-Läden kaufen. Das ist eine der Sachen, die ich manchmal Zuhause in Deutschland vermisse – ebenso, wie das traditionelle Biryani und die Ganesha-Schreine.

Traditionen zeigen sich auch bei den regelmäßigen Festlichkeiten, die in Hyderabad ganzjährig stattfinden. DiwaliIch habe wohl keinen Monat erlebt, in dem es nicht irgendein Fest gab. Das Holi-Festival z.B. hat sogar über Indien hinaus weltweit Berühmtheit erlangt. Andere sehr beeindruckende Feste sind Diwali und der Unabhängigkeitstag. Diwali bedeutet übersetzt das Lichterfest und ist das größte hinduistische Fest Indiens. Über mehrere Tage hinweg werden bestimmte Riten durchgeführt, um Götter wie Lakshmi, Krishna und Vishnu zu ehren.

All diese Dinge lassen Hyderabad für mich zu einer ungewöhnlich spirituellen und lebendigen Stadt werden, eine Stadt der Gegensätze, in der Informatikerinnen Saris tragen und Shopping Malls direkt neben Slums entstehen.

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