Was kostet die Welt?

Es ist kein Geheimnis, dass man für Reisen Geld benötigt. Das ist wohl jedem klar. Doch auch, wenn man nicht zu den Superreichen gehört, kann man sich die eine oder andere Traumreise erfüllen. Das vergessen die meisten.

Markt in Barcelona
Immer ein besonderes Erlebnis: ein Wochenmarkt in Barcelona

Ich werde oft gefragt, wie ich mir meine vielen Reisen finanziere. Und meine Antwort fällt immer gleich aus: Ich gehe neben dem Studium arbeiten. Genau darin liegt aber für die meisten Workaholics der eigentliche Widerspruch. Denn mit meinem scheinbar geringen Verdienst bereise ich die ganze Welt. Und sie warten sehnsüchtig auf ihren Jahresurlaub, um eine Woche in die Karibik zu fahren. All inclusive natürlich. Da liegt aber der Unterschied. Ich kenne All-Inclusive-Reisen nicht. Auch First-Class-Flüge und Fünf-Sterne-Hotels sind mir fremd. Ich verzichte auf solchen Luxus, zugunsten eines grenzenlosen Reiseabenteuers. Im Laufe der Zeit habe ich mir einige Strategien angeeignet, wie ich mir trotz kleinen Geldbeutels meine Traumreisen erfüllen kann:

Nichts geht über Flexibilität

Reiseplanung bedeutet für mich nicht, dass ich an einem bestimmten Tag oder zu einem spezifischen Ort fliege. Vielmehr lasse ich mich von den Flugpreisen beeinflussen. Es gibt zig Reisesuchmaschinen im Internet, die mit den günstigsten Preisen prahlen. Marketingstrategisch super ist das eine totale Irreführung des Konsumenten, der im Angebotschaos versinkt. Auch mit Last-Minute-Schnäppchen wird der potenzielle Kunde angelockt. Doch ich kann Last Minute absolut nicht empfehlen. Hier ein Beispiel: Üblicherweise bezahlt man bei einem günstigen One-Way-Flug nach Rio de Janeiro etwa 350 Euro. Ein Last-Minute-Flug – der als Schnäppchen angepriesen wird – kann schon einmal an die 1.000 Euro kosten. Es lohnt sich tendenziell also, frühzeitig zu buchen.

Freiheit
Die Freiheit genießen in Ankara

Bei der Flugsuche verlasse ich mich auch nicht auf die gängigen Reiseportale, wie etwa Opodo oder Expedia. Ich stöbere lieber auf den Seiten der einzelnen Fluggesellschaften. Denn hier kann man seine Reise individuell zusammenstellen – und findet oft super Angebote. Ebenso sollte man darauf achten, dass man mit einer “lokalen” Fluggesellschaft fliegt. Die TAP Portugal etwa bietet von Deutschland über Portugal Günstig-Flüge nach Brasilien an. Logisch, da täglich hundert Flüge von der iberischen Halbinsel nach Südamerika gehen. Dasselbe gilt beispielsweise für einen Flug nach Indien. Der Heathrow Airport ist hier der perfekte Abflugort. Und man kann auch noch ein paar Tage in der englischen Hauptstadt verbringen, falls es keinen direkten Anschlussflug gibt.

Direkte Anschlussflüge sind prinzipiell recht begehrt bei Flugreisenden und auch ziemlich teuer. Deshalb sollte man sich überlegen, ob man am Zwischenstopp einen Kurzurlaub einlegt und erst ein paar Tage später – wenn die Preise angemessener sind – weiterfliegt. Oder man schläft eine Nacht am Flughafen. Eine Situation, die ich selbst erlebt und kurz in meinem Artikel “Das Pantanal – Die Ankunft” erläutert habe, und absolut nichts für mich ist.

Also, für alle potenziellen Urlaubsschnäppchenjäger: Preise vergleichen, Zwischenstopps einlegen, zeitlich flexibel sein und eine gute Recherche können den Geldbeutel sehr schonen – und den absoluten Traumurlaub ermöglichen.

Gute finanzielle Vorplanung

Läden
Teure Lebensmittelgeschäfte in der Pariser Innenstadt

Da ich weiß, dass ich gern und viel verreise und mein Kontostand oftmals nicht rosig aussieht, spare ich in anderen Bereichen. Überteuerte Spontan-Shopping-Trips sind da die Ausnahme. Und hinterher plagt mich dann das schlechte Gewissen. Es muss eben nicht immer die teuerste Markenjeans sein oder jedes In-Produkt gekauft werden. Auch wenn mein nächstes Reiseziel noch nicht in Planung ist, spare ich schon vorab. Finanzielle Sicherheit ist halt nie zu unterschätzen.

Goa
Eine schlechte Behausung in Goa

Bei der Wahl meiner Urlaubsunterkunft gilt dasselbe: Es muss nicht immer das Teuerste sein. Hauptsache ich habe einen Schlafplatz für die Nacht und die Unterkunft ist recht zentral gelegen. Freunde und Bekannte haben mir auch schon Couchsurfing empfohlen. Irgendwie ist mir dieses Übernachtungskonzept etwas zu riskant, weil ich mich zumeist in exotischeren Ländern mit relativ hoher Kriminalität, gerade gegen Frauen, bewege. In Indien etwa weiß ich gar nicht, ob man als Couchsurfer durch das Land reisen könnte. Auch das Übernachten unter freiem Himmel ist hier wenig empfehlenswert – wegen potenzieller Überfälle. Wer aber Kakerlaken nicht scheut und auch kein Problem mit eher niedrigen Hygienestandards hat, kann in Indien schon ein sehr günstiges Hotel finden. Denn die Preise sind unschlagbar niedrig. Und ein schäbiger, kleiner Mehr-Bett-Saal mitten im Verkehrsdschungel von Neu Delhi kann auch der Beginn eines wunderbaren Abenteuers werden.

Travelled with the crowd

Die Sommerzeit ist die Hauptsaison für alle Urlaubswütigen – und auch die Zeit der Preiswucher. Die Reiseanbieter wittern ihre Chance, das große Geld aus den Touristen herauszuquetschen. Hotelzimmer sind plötzlich doppelt so teuer und Flugpreise steigen rapide an. Deshalb verreise ich bevorzugt in der Nebensaison – und dann zu meinen Traumzielen im Süden. Denn auf der Südhalbkugel ist dann Sommer, wenn bei uns Winter ist. Und am Äquator spielt die Jahreszeit eh keine Rolle. So kann ich ganz entspannt und supergünstig meinen Sommerurlaub in der kälteren Jahreszeit nachholen.

Menschenmassen_Barcelona
Menschenmenge am Steg von Barcelona

Ebenso meide ich typische Touristenhochburgen oder Sightseeing-Touren. Das hat auch persönliche Gründe: Ich lerne lieber die Bürger kennen als das nächste architektonische Meisterwerk. Natürlich scheue ich nicht davor, mir besondere Bauwerke, wie eben das Taj Mahal in Indien, anzuschauen, aber es ist nicht essenziell für mich. Slums, abgelegene Siedlungen und der Dschungel erregen eher meine Aufmerksamkeit. Preislich hat das auch seine Vorteile, denn die Eintrittskarten für Touristenspots und Bustouren durch die City sind oft maßlos überteuert. Zu Fuß lässt es sich da schon besser – ohne Verkehrchaos – das neue Land erkunden. Oder man steigt auf Verkehrsmittel um, die von den Einheimischen genutzt werden. Aber Augen auf: Denn auch hier werden Touristen gern über den Tisch gezogen. Ich vermeide das, in dem ich mich vorher gründlich informiere, in Foren oder bei (bekannten) Einheimischen.

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