Last-Minute-Tipps für Rio 2016

Weniger als einen Monat ist es hin, bis die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro eröffnet werden. Wie man das südamerikanische Land kennt, so erwartet man ein Feuerwerk der Emotionen und Überraschungen, wie man es bereits von der Fußballweltmeisterschaft 2014 gewöhnt ist. Kurzentschiedene sollten aber jetzt schnell handeln, um noch ein Plätzchen an der Sonne zu ergattern. Denn langsam wird der Platz als auch die Zeit für Rio 2016 knapp:

Hotelbuchung und Eintrittskarten

Laut Angaben der Vereinigung der Hotels sind in Rio de Janeiro mittlerweile rund 90 Prozent aller Hotelzimmer für den Zeitraum der Olympischen Spiele ausgebucht. Vor allem Fünf-Sterne-Hotels sind fast restlos belegt. Kein Wunder. Denn insbesondere reichere Touristen werden sich den Trip in die Millionenmetropole gönnen. Schließlich sind die Eintrittskarten mit 20 bis 1.500 Euro, je nach Veranstaltung, nicht unbedingt für jeden erschwinglich. Während die Eröffnungszeremonie am 05. August bereits restlos ausgebucht ist, bekommt man für andere Events, etwa den Marathon oder das Kanufahren, noch einige Karten. Für die Abschlusszeremonie gibt es beispielsweise momentan nur noch Tickets in der Preisklasse A, also für über 800 Euro pro Person. Besonders die beliebteren Sportarten wie Beach Volleyball, Triathlon oder Fußball sind schon seit Langem vergriffen und man kann nur noch vereinzelt Tickets für die Gruppenphase oder das Viertelfinale ergattern. Infos zu den verbliebenen Eintrittskarten gibt es übrigens hier: ingressos.rio2016.com/rio2016.html

Hotels in niedrigeren Sterneklassen sind ebenso teilweise bereits sehr stark ausgebucht, aber wer möchte, kann sich auch in einer kleinen Pousada, einer Pension, niederlassen. Der Standard der Zimmer ist zwar geringer, dafür aber auch der Preis. Jedoch ist es hier nicht selten, dass einem die eine oder andere Kakerlake über den Weg läuft oder das Frühstück miserabel ist. Deshalb sollte man sich bestenfalls vorab bei Reisewebseiten wie Trip Advisor Empfehlungen einholen. Dabei wird man schnell feststellen, dass in Leblon, Ipanema und Barra da Tijuca beinahe alle Hotels, Pensionen und privaten Zimmer ausgebucht sind. Wenn man bereit ist, mit der Metro etwas weiter zu fahren, so findet sich aber sicherlich noch ein lauschiges Plätzchen. Für besonders Abenteuerlustige empfiehlt sich übrigens auch das Couchsurfing.

Flugreise und Visum

Jetzt noch ein günstiges Flugticket zu erhalten, wird wohl schwer. Zum einen ist momentan Hochsaison in Europa, zum anderen steigen die Preise bei solchen Events in Rekordhöhen. Wer Glück hat – und sich etwas Zeit zum Vergleichen nimmt – kann aber ein Hin- und Rückflugticket für insgesamt 700 Euro erhalten. Bei den meisten Fluganbietern wird der Preis jedoch nicht unter 1.000 Euro liegen. Deshalb hier ein paar Tipps: Experten haben herausgefunden, dass das Buchen einer Flugreise an einem Dienstag im Wochenschnitt am günstigsten ist. Zum Wochenende hin steigen die Preise übrigens. Ebenso kann man sparen, wenn man direkt bei den Airlines und nicht bei Drittanbietern bucht. Wer Portugiesisch-Kenntnisse hat, sollte auch die Preise auf den brasilianischen Webseiten vergleichen. Hier sind die Flugpreise im Schnitt rund 20 Prozent günstiger.

Die wohl beste Airline weltweit ist Air France, die regelmäßig über Paris nach Rio de Janeiro fliegt. Eine weitere Alternative sind TAP Portugal und British Airways, die zumeist entweder über Portugal, England oder die USA fliegen. Direktflüge nach Brasilien sind in aller Regel sehr teuer, man kann aber deutlich Flugzeit einsparen. Sollte man innerhalb Brasiliens umsteigen müssen, so darf man nicht vergessen, sein Gepäck abzuholen und es neu einzuchecken. Denn bei Inlandsflügen gibt es keine Durchbeförderung. Zudem sollte man wissen, dass für einen bis zu 90-tägigen Aufenthalt in Brasilien kein Visum nötig ist, sondern man lediglich einen gültigen Reisepass benötigt. Fliegt man jedoch über die USA, so braucht man eine ESTA-Bescheinigung – vergleichbar mit einem Führungszeugnis. Dieses kann man sich in Deutschland am Flughafen holen oder vorab beantragen.

Krankheiten und Sicherheit

Zwar ist momentan die Gefahr von Zika etwas eingedämmt, nichtsdestotrotz sollte man auf Anti-Mückenschutz setzen. Da deutsche Mückensprays recht unwirksam gegen die Ägyptische Tigermücke sind, sollte man sich vor Ort in Rio de Janeiro ein Repellent besorgen. Besonders an heißen Tagen ist regelmäßiges Einsprühen unbedingt notwendig. Zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang ist zudem lange Kleidung empfehlenswert, da die Mücken vor allem zu jener Zeit sehr aktiv sind.

Sollte man sich nur in Rio de Janeiro aufhalten, so ist eine prophylaktische Gelbfieberimpfung im Tropeninstitut in Deutschland nicht zwingend notwendig. Bis vor ein paar Jahren war solch eine Impfung sogar noch Pflicht, um nach Brasilien einreisen zu dürfen. Jedoch sind nicht alle Bundesstaaten von dieser Krankheit betroffen. Befindet man sich aber auf einer Transitreise ins Landesinnere, in die tropischen Gebiete oder in den äußersten Süden, dann sollte man sich unbedingt impfen lassen. Dort befinden sich nämlich die Risikogebiete des Landes.

Auch bei der Sicherheit sind in Brasilien einige Dinge zu beachten. In erster Linie ist es niemals empfehlenswert, eine große Menge an Bargeld mitzunehmen. Und auch mit Luxusgegenständen zu protzen, kann einen allzu schnell zu einem Überfallopfer werden lassen. Schließlich sind seit dem letzten Jahr die Raubüberfälle in der Millionenmetropole um bis zu einem Drittel angestiegen. Falls man doch das Pech hat, überfallen zu werden, so sollte man ohne Widerstand das Geld aushändigen. Vor allem an belebten Orten wie der Copacabana, bei Menschenansammlungen – also Achtung beim Public Viewing! – und in den Favelas gehören Überfälle leider zum Tagesgeschäft. Wer gern die Favelas besuchen will, sollte also niemals ohne die Begleitung eines Ortskundigen und keinesfalls nachts in diese Viertel gehen.

Sightseeing und Public Viewing

Public Viewing wird auch bei den Olympischen Spielen eine Rolle spielen. So bietet das Deutsche Generalkonsulat am Strand von Leblon ein Begegnungszentrum unter dem Motto „OliAle“ (Olímpico Alemanha) an. Zudem soll der Hafen, der sich rund 40 bis 50 Kilometer entfernt von den olympischen Wettkampfstätten befindet, ein Anlaufpunkt für alle Touristen ohne Tickets sein. Insgesamt 80.000 Menschen werden hier täglich zum Boulevard Olímpico erwartet. Natürlich werden auch in allen Restaurants und Bars die wichtigsten Events übertragen und man kann fernab von den Spielstätten das Geschehen verfolgen.

Wer abseits des Sports Rio de Janeiro erkunden möchte, der darf am Abend den Stadtteil Lapa nicht missen. Zwischen der beeindruckenden Architektur und dem Aquädukt finden sich dort nämlich die besten Touristen-Hotspots. Den besten Samba der Stadt kann man beispielsweise im Rio Scenarium erleben. Alternativere Musik begegnet einem im Jazz-Club Leviano, indem man die ganze Nacht Blues, Swing und Co. lauschen kann. Und auch für das Wohl ist in Lapa gesorgt. So kann man nicht nur in der der Barzinho, zu Deutsch kleinen Bar, zu Club-Sounds abtanzen, sondern man kann sich aus der umfangreichen Menü-Karte traditionelle brasilianische Gerichte bestellen. Einheimische schwören auch auf das Marguetta, einem exklusiven Restaurant in Leblon, indem man unbedingt Käseeis mit Goiaba probieren sollte.

Abseits von den Touristenspots liegt zudem der Botanische Garten. Hier kann man sich bei brütender Hitze oder wenn man etwas Ruhe genießen möchte, sehr gut zurückziehen. Denn zu den Olympischen Spielen wird das wohl an der Copacabana kaum möglich sein. Natürlich sind ebenso die gängigen Sightseeing-Spots wie die Christus-Statue und der Zuckerhut empfehlenswert, den man mit einer Seilbahn erreicht, die nunmehr 104 Jahre alt ist. Eine weitere Attraktion ist der Urca-Hügel, die kleine Schwester des Zuckerhuts, von der man aus die gesamte Bucht von Guanabara überblicken kann. Für Museumsbegeisterte unverzichtbar ist außerdem das Museu do Amanhã.

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